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Arzt im Praktikum (AiP): Voraussetzungen & Anforderungen 2026

Arzt im Praktikum (AiP): Voraussetzungen & Anforderungen 2026

Alle Voraussetzungen und Anforderungen für das Arzt im Praktikum (AiP) – historisch und aktuell erklärt für Mediziner in Deutschland 2026.

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Mediplatz Redaktion

Mission Personal GmbH


Der Begriff Arzt im Praktikum (AiP) beschreibt eine Übergangsphase in der ärztlichen Ausbildung, die in Deutschland offiziell im Jahr 2004 abgeschafft wurde – und dennoch taucht die Suchanfrage nach Voraussetzungen und Anforderungen regelmäßig auf. Ob Sie als Medizinstudent kurz vor dem Staatsexamen stehen, als ausländischer Arzt Ihre Qualifikationen einordnen möchten oder schlicht verstehen wollen, wie sich der Berufseinstieg seither verändert hat: Dieser Artikel klärt Sie umfassend und praxisnah auf.

  1. Was war der Arzt im Praktikum? Definition und historischer Kontext
  2. Voraussetzungen und Anforderungen für das AiP (bis 2004)
  3. Berufseinstieg nach dem Staatsexamen 2026: Was hat das AiP ersetzt?
  4. Anforderungen als Assistenzarzt in Weiterbildung 2026
  5. Besonderheiten für ausländische Ärzte und Anerkennungsverfahren
  6. Karrierewege nach dem Einstieg: Von der Weiterbildung zur Facharztreife
  7. Häufig gestellte Fragen
  8. Fazit

Was war der Arzt im Praktikum? Definition und historischer Kontext

Arzt im Praktikum (AiP) bezeichnet eine nachgelagerte Ausbildungsphase, die nach Bestehen des Dritten Staatsexamens absolviert werden musste, bevor die Approbation als Arzt erteilt wurde. Das AiP war ein verpflichtendes 18-monatiges Berufspraktikum unter Aufsicht, das als Bindeglied zwischen Studium und vollständiger Berufszulassung fungierte.

Eingeführt wurde das AiP durch die Approbationsordnung für Ärzte (ÄAppO) von 1970 und war bis zum 31. September 2004 gültig. Mit der Reform der ÄAppO im Jahr 2002, die zum Wintersemester 2003/04 in Kraft trat, wurde das AiP schrittweise abgeschafft. Der Hintergrund: Das Praktische Jahr (PJ) wurde inhaltlich deutlich aufgewertet und verlängert, sodass eine nachgelagerte Praxisphase als nicht mehr notwendig erachtet wurde. Die letzte AiP-Kohorte schloss ihre Tätigkeit zum 1. Oktober 2004 ab.

Rechtlicher Rahmen des AiP

Während der AiP-Phase besaßen die Betroffenen keine vollständige Approbation, sondern lediglich eine eingeschränkte Berufserlaubnis. Sie durften ärztliche Tätigkeiten nur unter Aufsicht eines approbierten Arztes ausüben, keine selbstständige Praxis führen und erhielten ein deutlich reduziertes Gehalt – in der Regel rund 60–70 % des damaligen Assistenzarztgehalts. Die Vergütung war dabei nicht bundesweit einheitlich geregelt, sondern oblag den Tarifverträgen der einzelnen Bundesländer und Krankenhausträger.

Voraussetzungen und Anforderungen für das AiP (bis 2004)

Die Zulassung zum Arzt im Praktikum setzte das vollständige Absolvieren des Medizinstudiums einschließlich des bestandenen Dritten Staatsexamens voraus. Wer diese Hürde genommen hatte, konnte mit dem AiP beginnen – eine weitere Bewerbung im klassischen Sinne war nicht erforderlich, jedoch musste eine geeignete Ausbildungsstelle in einer zugelassenen Einrichtung gefunden werden.

Konkrete Anforderungen im Überblick

Die nachfolgende Tabelle gibt einen Überblick über die wesentlichen formalen Anforderungen, die für das AiP galten:

Kriterium Anforderung (AiP, bis 2004) Aktuell (Assistenzarzt, ab 2004)
Abschluss Studium 3. Staatsexamen bestanden 3. Staatsexamen bestanden
Approbation Nein (eingeschränkte Berufserlaubnis) Ja (vollständige Approbation)
Dauer der Phase 18 Monate Entfällt (direkte Weiterbildung)
Selbstständiges Arbeiten Nein (nur unter Aufsicht) Ja (im Rahmen der Weiterbildung)
Gehalt (ca.) 60–70 % des Assistenzarztgehalts Vollständiges Assistenzarztgehalt
Anrechnung auf Weiterbildung Teilweise, je nach Fachrichtung Vollständig ab Tag 1

Während des AiP mussten mindestens neun Monate in der stationären Patientenversorgung und die restlichen neun Monate wahlweise in der stationären Versorgung, einer Praxis für Allgemeinmedizin oder einem anderen ambulanten Bereich absolviert werden. Die Einteilung erfolgte in Abstimmung mit dem jeweiligen Arbeitgeber und der zuständigen Ärztekammer.

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Berufseinstieg nach dem Staatsexamen 2026: Was hat das AiP ersetzt?

Seit Oktober 2004 erhalten Absolventen des Dritten Staatsexamens direkt die Approbation als Arzt und steigen unmittelbar als vollapprobierter Assistenzarzt in die klinische Tätigkeit ein. Das Arzt-im-Praktikum-Modell existiert damit in Deutschland rechtlich nicht mehr. Laut mediplatz.de zeigen aktuelle Stellenangebote, dass Kliniken und MVZ bundesweit gezielt Assistenzärzte in Weiterbildung suchen – ohne Zwischenstufe.

Das Praktische Jahr (PJ) als modernes Äquivalent

Das Praktische Jahr (PJ) ist heute das funktionale Äquivalent des früheren AiP. Es dauert 48 Wochen und umfasst drei Tertiale: Innere Medizin, Chirurgie und ein Wahlfach. Das PJ ist integraler Bestandteil des Medizinstudiums, wird also noch vor dem Dritten Staatsexamen absolviert. Anders als beim alten AiP sind PJ-Studenten allerdings noch keine Ärzte – sie erhalten kein Gehalt, sondern lediglich eine Aufwandsentschädigung (in der Regel 800–1.200 € monatlich, je nach Bundesland und Klinik).

Nach dem PJ folgt das Dritte Staatsexamen, das schriftlich (MC-Fragen) und mündlich-praktisch abgelegt wird. Mit Bestehen und anschließender Antragstellung bei der zuständigen Approbationsbehörde erhalten Sie die Approbation – und können unmittelbar eine Stelle als Assistenzarzt in Weiterbildung antreten.

Anforderungen als Assistenzarzt in Weiterbildung 2026

Als Assistenzarzt in Weiterbildung beginnen Sie ab dem ersten Tag Ihre Facharztweiterbildung – die frühere 18-monatige AiP-Phase entfällt vollständig. Die Anforderungen sind heute klar strukturiert und durch die Weiterbildungsordnungen der Landesärztekammern geregelt.

Checkliste: Voraussetzungen für den Start als Assistenzarzt

  1. Approbation: Beantragen Sie die Approbation nach Bestehen des Dritten Staatsexamens bei der zuständigen Landesbehörde (in der Regel das Landesprüfungsamt oder Landesamt für Gesundheit). Die Bearbeitungszeit beträgt 4–12 Wochen.
  2. Bewerbungsunterlagen: Neben Lebenslauf und Approbationsurkunde benötigen Sie in der Regel ein ärztliches Führungszeugnis, Nachweise über Ihre PJ-Tertiale sowie ggf. Empfehlungsschreiben.
  3. Fachrichtungswahl: Legen Sie sich auf eine Weiterbildungsrichtung fest. Die Wahl bestimmt maßgeblich die Anforderungen, Weiterbildungsdauer (3–6 Jahre je nach Fach) und die Art der Einrichtung, in der Sie tätig sein müssen.
  4. Weiterbildungsermächtigung prüfen: Stellen Sie sicher, dass Ihr zukünftiger Arbeitgeber bzw. der Chefarzt eine Weiterbildungsermächtigung der Ärztekammer für die gewünschte Fachrichtung besitzt. Ohne diese Ermächtigung werden Ihre Weiterbildungszeiten nicht anerkannt.
  5. Logbuch führen: Ab dem ersten Arbeitstag dokumentieren Sie Ihre Eingriffe, Prozeduren und Lerninhalte im Weiterbildungslogbuch Ihrer Landesärztekammer – digital oder analog.
  6. Tarifvertrag kennen: Kliniken mit TV-Ärzte-Tarifvertrag (Marburger Bund) zahlen nach Berufserfahrungsstufen. Informieren Sie sich vorab über Ihr Gehalt nach Berufserfahrung.
Infografik: arzt im praktikum voraussetzungen anforderungen
Infografik: Arzt im Praktikum (AiP): Voraussetzungen & Anforderungen 2026

Besonderheiten für ausländische Ärzte und Anerkennungsverfahren

Für Ärzte mit ausländischen Abschlüssen – sei es aus EU-Mitgliedstaaten oder Drittstaaten – gelten gesonderte Regelungen, die dem früheren AiP-System in Teilen ähneln. Aktuelle Stellenangebote auf mediplatz.de zeigen, dass Kliniken in Hamburg, Berlin, München und Frankfurt zunehmend international ausgebildete Ärzte suchen und aktiv bei der Anerkennung unterstützen.

Berufserlaubnis als Zwischenschritt

Wer noch keine vollständige Anerkennung seiner ausländischen Approbation erhalten hat, kann unter bestimmten Voraussetzungen eine befristete Berufserlaubnis nach § 10 BÄO erhalten. Diese ist in ihrer Funktion dem historischen AiP vergleichbar: Sie erlaubt die ärztliche Tätigkeit unter Aufsicht, ist zeitlich begrenzt und gilt nur für eine bestimmte Einrichtung. Sie dient als Brücke, bis die volle Approbation erteilt wird.

Für EU-Absolventen gilt vereinfachtes gegenseitiges Anerkennungsrecht; für Drittstaatsabsolventen kann eine Kenntnisprüfung oder ein Anpassungslehrgang erforderlich sein. Zuständig sind die jeweiligen Landesapprobationsbehörden. Informieren Sie sich ergänzend im Artikel zur Approbation in Deutschland 2026 über den konkreten Ablauf.

Karrierewege nach dem Einstieg: Von der Weiterbildung zur Facharztreife

Nach dem Wegfall des AiP führt der Weg von der Approbation direkt zur strukturierten Facharztweiterbildung – ein entscheidender Vorteil gegenüber dem alten System, da jede geleistete Stunde klinischer Arbeit vom ersten Tag an auf die Weiterbildungszeit angerechnet wird.

Weiterbildungsdauern im Überblick (Auswahl)

Die Weiterbildungszeiten variieren stark nach Fachrichtung. Allgemeinmedizin und psychiatrische Fächer erfordern mindestens 60 Monate, während Anästhesiologie oder Radiologie ebenfalls 60 Monate vorsehen. Neurologie, Innere Medizin und Chirurgie verlangen zwischen 60 und 72 Monaten. Details zu allen Fachrichtungen finden Sie im Artikel zu den Weiterbildungs-Fachrichtungen 2026.

Nach der Facharztprüfung stehen Ihnen mehrere Karrierepfade offen: der Aufstieg zur Oberärztin oder zum Oberarzt, die Habilitation und akademische Karriere, die Niederlassung in eigener Praxis oder einem MVZ, oder auch der Wechsel in die Industrie, Verwaltung oder in internationales Arbeiten. Jeder dieser Wege hat spezifische Voraussetzungen – entscheidend ist, bereits während der Weiterbildung strategisch zu planen. Eine gute Orientierung bietet der Guide zu Dauer und Inhalten der Weiterbildung 2026.

Häufig gestellte Fragen

Gibt es den Arzt im Praktikum in Deutschland noch?

Nein. Das AiP wurde in Deutschland zum 1. Oktober 2004 offiziell abgeschafft. Seitdem erhalten Absolventen des Dritten Staatsexamens direkt die Approbation und treten unmittelbar als vollapprobierter Assistenzarzt in die Weiterbildung ein. Eine dem AiP vergleichbare Übergangsphase existiert im deutschen Recht nicht mehr.

Was hat das AiP ersetzt?

Das Praktische Jahr (PJ) wurde inhaltlich aufgewertet und übernimmt heute die praxisorientierende Funktion des AiP – allerdings als integraler Teil des Studiums vor dem Dritten Staatsexamen. Nach Bestehen des Examens und Erhalt der Approbation beginnt direkt die Facharztweiterbildung, deren Zeiten vollständig angerechnet werden.

Kann ich mit einer befristeten Berufserlaubnis als Arzt arbeiten?

Ja. Ausländische Ärzte, die ihre Approbation noch nicht erhalten haben, können eine befristete Berufserlaubnis nach § 10 BÄO beantragen. Diese erlaubt die ärztliche Tätigkeit unter Aufsicht in einer bestimmten Einrichtung und dient als Übergangslösung bis zur vollständigen Approbationserteilung – funktional ähnlich dem früheren AiP.

Werden AiP-Zeiten heute noch auf die Facharztweiterbildung angerechnet?

Für Ärzte, die ihr AiP vor 2004 abgeleistet haben, wurden die Zeiten in der Regel anteilig auf die Facharztweiterbildung angerechnet – abhängig von der Fachrichtung und der Weiterbildungsordnung der jeweiligen Ärztekammer. Für aktuelle Einsteiger spielt diese Frage keine Rolle mehr, da das AiP nicht mehr existiert.

Wie hoch ist das Gehalt als Assistenzarzt in Weiterbildung 2026?

Im TV-Ärzte-Marburger-Bund-Tarifvertrag liegt das Grundgehalt für Assistenzärzte in der ersten Berufserfahrungsstufe 2026 bei ca. 5.800–6.200 € brutto monatlich. Mit zunehmender Berufserfahrung steigt das Gehalt stufenweise an. Weitere Details finden Sie im Gehalts-Guide nach Berufserfahrung 2026.

Fazit: Arzt im Praktikum – Voraussetzungen historisch und Berufseinstieg aktuell

Der Arzt im Praktikum mit seinen spezifischen Voraussetzungen und Anforderungen ist seit 2004 Geschichte – und wurde durch ein moderneres, faireres System ersetzt. Wer heute das Dritte Staatsexamen besteht, erhält direkt die Approbation und startet ohne Verzögerung in die vollwertige Assistenzarzttätigkeit. Für ausländische Ärzte bietet die befristete Berufserlaubnis eine strukturell ähnliche Brückenlösung. Das Verständnis dieser Unterschiede ist essenziell, um die eigene Karriereplanung korrekt einzuordnen – egal ob Sie als Berufseinsteiger, Rückkehrer aus dem Ausland oder als Arzt mit ausländischem Abschluss den deutschen Arbeitsmarkt für sich erschließen möchten.

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