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DRK Kliniken Berlin Westend

„Es dauert, bis der Krieg im Kopf aufhört“: Oberarzt Marc nach dem Einsatz in der Ukraine

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📍 BerlinKliniken & KrankenhäuserVollzeit🏢 Sehr große Unternehmen (>1.000 MA)Mehr Oberarzt JobsOberarzt in Berlin

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Details

Unternehmen
DRK Kliniken Berlin Westend
Standort
Berlin
Bereich
Kliniken & Krankenhäuser
Vertragsart
Vollzeit
Unternehmensgröße
Sehr große Unternehmen (>1.000 MA)
Aktualisiert
17. Juni 2026

Geschätztes Gehalt

9.776 – 14.200 EUR

TV-Ärzte/VKA III · brutto/Monat

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Stellenbeschreibung

„Es dauert, bis der Krieg im Kopf aufhört“: Oberarzt Marc nach dem Einsatz in der Ukraine

Anfang der 90er Jahre hat Dr. Marc Zoller, heute Oberarzt für Anästhesie und Intensivmedizin in den DRK Kliniken Berlin Köpenick, eine Weile in Russland studiert und Russisch gelernt. Die politische Lage dort hat er seither verfolgt und mit großer Sorge Anfang 2022 den Truppenaufbau an den Grenzen zur Ukraine beobachtet. Als der Krieg begann, wusste er sofort: Ich will etwas tun. In diesem sehr offenen Interview erzählt er, was er beim Einsatz dort erlebt hat und wie schwer die Rückkehr war.

Wie kam es zu Deinem Einsatz in der Ukraine?

Ich bin ansonsten wirklich eher ein vorsichtiger Mensch, aber als der Angriffskrieg in der Ukraine begann, wurde ich immer unruhiger. Mir wurde ganz komisch zumute und ich dachte die ganze Zeit: Da muss man doch was tun!

Es gab einen Aufruf der Bundesärztekammer, sich in eine Liste einzutragen, wenn man für einen Einsatz in der Ukraine zur Verfügung steht. Ich habe unseren Leitenden Oberarzt in der Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin der DRK Kliniken Berlin Köpenick gefragt, ob man mich für drei Wochen entbehren könnte, und er hat sofort gesagt: „Das wird wohl gehen müssen.“

Dann habe ich dem Geschäftsführer Dr. Christian Friese geschrieben, dass ich mich für drei Wochen unbezahlt freistellen lassen möchte, und er schrieb gleich zurück: „Wir zahlen Ihnen Ihr Gehalt natürlich weiter. Sehen Sie zu, dass Sie loskommen.“ Das ist wirklich etwas Besonderes in unserem Unternehmen, dass sowas unkompliziert ermöglicht wird! Woanders wäre das sicher nicht gegangen. Dabei ist es schwer, während einer Coronawelle im Winter auf einen Oberarzt zu verzichten. Die Kolleg*innen mussten meine Arbeit übernehmen, insofern war mein Einsatz ein echter „Team effort“!

Wie ging es weiter?

Mit dem Einsatz über die Bundesärztekammer wurde es nichts, die Aktion ist gnadenlos gescheitert. Sie haben nie jemanden entsandt, sondern erst, als ich längst zurück war, den Ärzt*innen auf ihrer Liste geschrieben, sie mögen sich doch lieber an die Hilfsorganisationen wenden. Das hatte ich längst getan. Über Freunde wurde ich an die kleine Berliner Hilfsorganisation Cadus e.V. vermittelt. 24 Stunden, nachdem ich mich dort gemeldet hatte, kam der Anruf, dass es losgeht. Zwei Tage nach meinem Gespräch mit dem Leitenden Oberarzt war ich auf der Autobahn Richtung Ukraine!

Normalerweise gibt es vor solchen Einsätzen in Krisengebieten Vorbereitungskurse mit Teambuilding Maßnahmen und Übungen zum Umgang mit Gefahrensituationen. Man muss sein Testament schreiben und Notfallkontakte hinterlegen. Bei mir ging es so schnell, dass vieles davon ausfiel. Wir waren insgesamt vier Kollegen mit zwei Autos voll beladen mit Nahrungsmitteln, warmen Decken, Mitteln der hausärztlichen Grundversorgung, Medikamenten und zwei intensivmedizinischen Arbeitsplätzen. Ein so genanntes Emergency Medical Team (EMT) Kategorie 1 nach den Kriterien der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Das ist sozusagen eine mobile Intensivstation und Erstversorgungsstelle, die binnen 24 Stunden einsatzbereit sein muss. Der Cadus e.V. ist eine der wenigen Organisationen in Deutschland, die so ein Team unterhält.

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Wie hat Deine Familie reagiert?

Ganz überraschend kam meine Entscheidung für sie nicht, denn sie hatten ja in den Wochen zuvor erlebt, dass ich mit dem Gedanken spielte zu helfen. Als es konkret wurde, habe ich nur meine Freundin und meinen volljährigen Sohn informiert. Sie sind sehr sozial und solidarisch eingestellt, aber natürlich kam auch die Frage: Warum musst denn ausgerechnet Du da hin, kann das nicht jemand anders machen?

Auszug aus der Stellenausschreibung des Arbeitgebers. Die Bewerbung erfolgt über "Jetzt bewerben".

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