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ArbeitsrechtAktualisiert: 15. Januar 2026

Notarzt werden — Voraussetzungen, Zusatzbezeichnung, Vergütung

Notarzt-Tätigkeit ist die anspruchsvollste Akutmedizin — Reanimation am Unfallort, kritische Geburten, Polytraumen. Wer Notarzt werden will, muss die Zusatzbezeichnung Notfallmedizin erwerben und sich beim Rettungsdienst-Träger bewerben.

Auf einen Blick

  • Notarzt-Status erfordert die Zusatzbezeichnung Notfallmedizin (80h Theorie-Kurs + 6 Monate Klinikerfahrung + 50 Notarzteinsätze unter Anleitung).
  • Standardvoraussetzung: 24 Monate Klinik-Erfahrung als Arzt, davon 6 Monate in Anästhesie/Notaufnahme/Intensiv.
  • Vergütung: Notarzt-Dienste werden zusätzlich zum regulären Arzt-Gehalt vergütet — 50 € – 150 € pro Stunde plus Einsatzpauschalen.

Voraussetzungen für die Zusatzbezeichnung Notfallmedizin

Nach der Musterweiterbildungsordnung der Bundesärztekammer:

1. Mindestens 24 Monate Berufserfahrung als Arzt (Approbation + 2 Jahre Klinik) 2. 6 Monate Erfahrung in der Anästhesiologie, Inneren Medizin oder Chirurgie mit Schwerpunkt Intensiv-/Notfallmedizin 3. 80-Stunden-Theorie-Kurs Notfallmedizin (anerkanntes Curriculum) 4. 50 Notarzt-Einsätze unter Anleitung eines erfahrenen Notarztes 5. Mündliche Prüfung bei der Landesärztekammer

Nach Bestehen: Eintragung der Zusatzbezeichnung Notfallmedizin in die Arzturkunde.

Bewerbung als Notarzt

Notarzt-Stellen werden vergeben durch:

- Kommunale Rettungsdienst-Träger (Stadt, Kreis) - Hilfsorganisationen (DRK, ASB, Johanniter, Malteser, DLRG) - Klinikum-Verbünde mit eigenem Notarztsystem (z.B. Münster) - Berufsfeuerwehr (in einigen Großstädten Notarzt-Status auch als Beamtensoldat möglich)

Bewerbungsprozess: schriftliche Bewerbung mit Approbations-Urkunde, Zusatzbezeichnung Notfallmedizin, ärztlichem Eignungs-Attest. Vorstellungsgespräch und meist Probedienst.

Vergütung als Notarzt

Notarzt-Tätigkeit wird zusätzlich zum regulären Arzt-Gehalt vergütet:

- Stundenvergütung: 50 € – 150 € pro Notarzt-Stunde (je nach Träger und Region) - Einsatzpauschalen: 30 € – 80 € pro Einsatz - Wochenend-/Feiertag-Zuschläge: 25-50% - Nachtzuschlag: 15-25%

Realistisches Zusatzeinkommen: ein Notarzt-Wochenend-Dienst (12h) bringt 800 € – 1.500 €. Wer regelmäßig 2-4 Wochenenden/Monat Notarzt-Dienst leistet: 2.500 € – 5.500 € zusätzliches Brutto.

Häufige Fragen

Wie wird man Notarzt?
Voraussetzungen: 24 Monate Klinik-Erfahrung, davon 6 Monate Anästhesie/Innere/Chirurgie. Plus 80h Theorie-Kurs, 50 Einsätze unter Anleitung, mündliche Prüfung. Insgesamt 1-2 Jahre nach Approbation realisierbar.
Wie viel verdient ein Notarzt zusätzlich?
50 € – 150 € pro Notarzt-Stunde + Einsatzpauschalen + Wochenend-Zuschläge. Bei regelmäßigen Diensten: 2.500 € – 5.500 € Zusatzeinkommen pro Monat.
Muss ich Anästhesist sein, um Notarzt zu werden?
Nein. Anästhesisten haben die einfachste Voraussetzung (intensivmedizinische Erfahrung inhärent), aber auch Internisten, Chirurgen und Allgemeinmediziner können die Zusatzbezeichnung erwerben.
Kann ich Notarzt-Dienste neben meiner Klinik-Anstellung machen?
Ja, üblich. Notarzt-Dienste werden meist im Werkvertrag oder als Honorartätigkeit ausgeführt — neben der regulären Klinik-Anstellung. Klinik-Genehmigung ist meist Voraussetzung (Wettbewerbsklausel beachten).
MP

Reviewed durch das Mission Personal Healthcare-Team

Mission Personal vermittelt seit 2018 Ärzte und medizinische Fachkräfte bundesweit — über 2.600 erfolgreiche Besetzungen, davon der Großteil im Krankenhausumfeld. Inhalte basieren auf aktuellen Marktdaten aus Vermittlungen und offiziellen Tarif-Veröffentlichungen.

Veröffentlicht und aktualisiert: 15. Januar 2026

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