Notarzt werden — Voraussetzungen, Zusatzbezeichnung, Vergütung
Notarzt-Tätigkeit ist die anspruchsvollste Akutmedizin — Reanimation am Unfallort, kritische Geburten, Polytraumen. Wer Notarzt werden will, muss die Zusatzbezeichnung Notfallmedizin erwerben und sich beim Rettungsdienst-Träger bewerben.
Auf einen Blick
- Notarzt-Status erfordert die Zusatzbezeichnung Notfallmedizin (80h Theorie-Kurs + 6 Monate Klinikerfahrung + 50 Notarzteinsätze unter Anleitung).
- Standardvoraussetzung: 24 Monate Klinik-Erfahrung als Arzt, davon 6 Monate in Anästhesie/Notaufnahme/Intensiv.
- Vergütung: Notarzt-Dienste werden zusätzlich zum regulären Arzt-Gehalt vergütet — 50 € – 150 € pro Stunde plus Einsatzpauschalen.
Voraussetzungen für die Zusatzbezeichnung Notfallmedizin
Nach der Musterweiterbildungsordnung der Bundesärztekammer:
1. Mindestens 24 Monate Berufserfahrung als Arzt (Approbation + 2 Jahre Klinik) 2. 6 Monate Erfahrung in der Anästhesiologie, Inneren Medizin oder Chirurgie mit Schwerpunkt Intensiv-/Notfallmedizin 3. 80-Stunden-Theorie-Kurs Notfallmedizin (anerkanntes Curriculum) 4. 50 Notarzt-Einsätze unter Anleitung eines erfahrenen Notarztes 5. Mündliche Prüfung bei der Landesärztekammer
Nach Bestehen: Eintragung der Zusatzbezeichnung Notfallmedizin in die Arzturkunde.
Bewerbung als Notarzt
Notarzt-Stellen werden vergeben durch:
- Kommunale Rettungsdienst-Träger (Stadt, Kreis) - Hilfsorganisationen (DRK, ASB, Johanniter, Malteser, DLRG) - Klinikum-Verbünde mit eigenem Notarztsystem (z.B. Münster) - Berufsfeuerwehr (in einigen Großstädten Notarzt-Status auch als Beamtensoldat möglich)
Bewerbungsprozess: schriftliche Bewerbung mit Approbations-Urkunde, Zusatzbezeichnung Notfallmedizin, ärztlichem Eignungs-Attest. Vorstellungsgespräch und meist Probedienst.
Vergütung als Notarzt
Notarzt-Tätigkeit wird zusätzlich zum regulären Arzt-Gehalt vergütet:
- Stundenvergütung: 50 € – 150 € pro Notarzt-Stunde (je nach Träger und Region) - Einsatzpauschalen: 30 € – 80 € pro Einsatz - Wochenend-/Feiertag-Zuschläge: 25-50% - Nachtzuschlag: 15-25%
Realistisches Zusatzeinkommen: ein Notarzt-Wochenend-Dienst (12h) bringt 800 € – 1.500 €. Wer regelmäßig 2-4 Wochenenden/Monat Notarzt-Dienst leistet: 2.500 € – 5.500 € zusätzliches Brutto.
Häufige Fragen
- Wie wird man Notarzt?
- Voraussetzungen: 24 Monate Klinik-Erfahrung, davon 6 Monate Anästhesie/Innere/Chirurgie. Plus 80h Theorie-Kurs, 50 Einsätze unter Anleitung, mündliche Prüfung. Insgesamt 1-2 Jahre nach Approbation realisierbar.
- Wie viel verdient ein Notarzt zusätzlich?
- 50 € – 150 € pro Notarzt-Stunde + Einsatzpauschalen + Wochenend-Zuschläge. Bei regelmäßigen Diensten: 2.500 € – 5.500 € Zusatzeinkommen pro Monat.
- Muss ich Anästhesist sein, um Notarzt zu werden?
- Nein. Anästhesisten haben die einfachste Voraussetzung (intensivmedizinische Erfahrung inhärent), aber auch Internisten, Chirurgen und Allgemeinmediziner können die Zusatzbezeichnung erwerben.
- Kann ich Notarzt-Dienste neben meiner Klinik-Anstellung machen?
- Ja, üblich. Notarzt-Dienste werden meist im Werkvertrag oder als Honorartätigkeit ausgeführt — neben der regulären Klinik-Anstellung. Klinik-Genehmigung ist meist Voraussetzung (Wettbewerbsklausel beachten).
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Veröffentlicht und aktualisiert: 15. Januar 2026
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