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TV-Ärzte VKA — Stand Januar 2026

Arztgehalt 2026 — Übersicht aller Karrierestufen

5.622 € (Einstieg) bis über 25.000 € (Chefarzt) brutto/Monat

Das Arztgehalt in Deutschland richtet sich primär nach Tarif TV-Ärzte VKA (kommunale Krankenhäuser) oder TV-Ärzte TdL (Universitätskliniken). Zwischen Assistenzarzt-Einstieg (5.622 €) und leitendem Oberarzt-Maximum (12.481 €) liegen sieben Jahre Erfahrung und vier Tarifstufen. Chefärzte verhandeln frei — Sechsstellig pro Jahr ist Standard.

Stufentabelle TV-Ärzte VKA

Alle Werte brutto in EUR. Stand: 15.1.2026.

Stufe€ / Monat€ / JahrHinweis
15.62267.4641. Jahr
25.94071.280ab 2. Jahr
36.16874.016ab 4. Jahr
46.56678.792ab 6. Jahr
57.03684.432ab 7. Jahr
67.22886.736ab 8. Jahr

Die vier Karrierestufen im Überblick

Vom ersten Tag im Krankenhaus bis zur Chefarzt-Position durchlaufen Ärzte vier definierte Stufen mit jeweils eigener Vergütungstabelle:

Assistenzarzt: Der Einstieg nach dem Staatsexamen. Ärztliche Tätigkeit unter Aufsicht, gleichzeitig Beginn der Facharztausbildung (5-6 Jahre, je nach Fachrichtung). Tarif TV-Ärzte VKA Stufe 1: 5.622 € brutto/Monat im ersten Jahr.

Facharzt: Nach bestandener Facharztprüfung. Eigenverantwortliche Patientenversorgung im jeweiligen Fachgebiet (Innere, Chirurgie, Anästhesie etc.). Tarif Ä2 Stufe 1: 7.421 € brutto/Monat.

Oberarzt: Erfahrener Facharzt mit Führungsverantwortung für eine Abteilung oder Station. Tarif Ä3 Stufe 1: 9.342 € brutto/Monat. Leitende Oberärzte (Ä4) starten bei 11.098 €.

Chefarzt: Klinikleitung. Außerhalb des Tarifs — Vertragsverhandlung mit Klinikleitung. Realistisches Spektrum: 180.000 € – 350.000 € pro Jahr plus Privatliquidation in Privatkliniken.

Stufentabelle TV-Ärzte VKA (alle Stufen)

Die folgenden Stufentabellen bilden den aktuellen Tarif TV-Ärzte VKA 2026 ab (kommunale Krankenhäuser, größter Tarif in Deutschland). An Universitätskliniken gilt der Tarif TV-Ärzte TdL — Beträge liegen rund 2-4% niedriger als bei VKA.

Bereitschaftsdienste und Zuschläge

Bereitschaftsdienste sind ein wesentlicher Einkommensbestandteil — gerade in den ersten Jahren der Facharztausbildung. Die Eingruppierung erfolgt in drei Stufen, abhängig vom Anteil tatsächlicher Arbeit am Bereitschaftsdienst (Erfahrungswert: 60-90% des Stundenentgelts). Pro Monat sind 4-7 Bereitschaftsdienste die Regel. Ein Assistenzarzt im 1. Jahr kommt mit Bereitschaftsdiensten realistisch auf 7.000 € – 8.500 € brutto/Monat.

Bundesland-Vergleich — wo verdienen Ärzte am meisten?

Der Tarif TV-Ärzte VKA ist bundesweit identisch. Unterschiede entstehen über (a) Privatkliniken mit Haustarifen und (b) übertarifliche Zulagen, die regional unterschiedlich häufig gezahlt werden. Bayern, Baden-Württemberg und Hessen liegen bei effektivem Brutto regelmäßig 3-5% höher — auch wegen besserer Verhandlungspositionen aufgrund Ärztemangel.

Übertariflich verdienen — die Wege

Der Tarif ist die Untergrenze. Häuser mit Bewerbermangel zahlen häufig übertariflich:

- Verhandelte Stufenanrechnung: Berufserfahrung aus dem Ausland oder Praxis lässt sich oft 1-2 Stufen höher anrechnen. - Zulagen: Funktions-, Erschwernis-, Standort-Zulagen — verhandelbar bei Klinikwechsel. - Sondervereinbarung übertariflich: ca. 10-15% Aufschlag, schriftlich. - Privatkliniken mit Haustarif: Helios, Asklepios, Sana — oft 5-12% über VKA, dafür härter im Belastungspaket. - Honorararzt: Selbständig, Tagessätze 1.200 € – 2.500 € pro Einsatztag.

Mission Personal verhandelt für Wechsler regelmäßig 8-15% über Tariflage — durch direkten Klinik-Kontakt und Marktdaten aus 2.600+ Besetzungen.

Vergleich nach Klinik-Typ

Klinik-TypBrutto / MonatHinweis
Kommunales Krankenhaus100% TV-Ärzte VKAVivantes, städt. Häuser, Klinikum-Verbände
Universitätsklinik97-99% TV-Ärzte TdLCharité, UKSH, UK Frankfurt, Heidelberg
Privatklinik-Konzern100-108% HaustarifHelios, Asklepios, Sana — oft über VKA
Konfessionelles Haus98-105% AVRCaritas (kath.), Diakonie (ev.), 30 Tage Urlaub Standard
Reha-Klinik85-95% von VKAkein Bereitschaftsdienst → effektiv weniger Brutto

Bundesland-Vergleich

Effektive Durchschnittswerte basierend auf Tarif + üblicher übertariflicher Verhandlung.

Bayern

etwas höher (Verhandlungsspielraum bei Privatkliniken)

7.480

Baden-Württemberg

7.350

Hessen

7.290

Berlin

Vivantes + Charité dominieren — VKA und Haustarif

7.180

Hamburg

7.240

Nordrhein-Westfalen

7.200

Niedersachsen

7.080

Rheinland-Pfalz

7.060

Schleswig-Holstein

UKSH — TdL nicht VKA

7.100

Sachsen

6.890

Sachsen-Anhalt

6.820

Brandenburg

6.940

Thüringen

6.850

Mecklenburg-Vorpommern

6.800

Bremen

7.160

Saarland

6.970

Zuschläge und Boni

Bereitschaftsdienst Stufe I (mind. 25% Arbeit)
60% des Stundenentgelts
Bereitschaftsdienst Stufe II (mind. 40%)
75% des Stundenentgelts
Bereitschaftsdienst Stufe III (mind. 70%)
90% des Stundenentgelts
Rufdienst (außerhalb Klinik)
12,5% des Stundenentgelts
Nachtdienst (21-6 Uhr)
15% Zuschlag
Samstag (6-23 Uhr, nicht regelmäßig)
10% Zuschlag
Sonntag
25% Zuschlag
Feiertag
35% Zuschlag (mit Freistellung)

Häufige Fragen

Wie viel verdient ein Assistenzarzt im ersten Jahr?
Nach TV-Ärzte VKA (kommunale Krankenhäuser) liegt das Einstiegsgehalt 2026 bei 5.622 € brutto pro Monat. Mit 4-7 Bereitschaftsdiensten pro Monat erhöht sich das Brutto auf 7.000 € – 8.500 €. Netto bleiben bei Steuerklasse I etwa 3.700 € – 4.800 €.
Was verdient ein Oberarzt durchschnittlich?
Oberärzte starten in Stufe 1 mit 9.342 € brutto/Monat (TV-Ärzte VKA, Ä3) und erreichen nach 7+ Jahren 10.487 €. Leitende Oberärzte (Ä4) verdienen 11.098 € – 12.481 €. Mit Bereitschaftsdiensten und Funktionszulagen sind 13.000 € – 16.000 € pro Monat realistisch.
Wie viel verdient ein Chefarzt?
Chefärzte verhandeln außerhalb der Tarife. Übliche Gesamtvergütung: 180.000 € – 350.000 € pro Jahr. An Privatkliniken plus Beteiligung an Privatliquidation, was die Gesamtvergütung schnell über 500.000 € treiben kann.
Verdient man an einer Uniklinik mehr als am Kommunal-Krankenhaus?
Nein, im Tarif eher leicht weniger. TV-Ärzte TdL (Universitätskliniken) liegt 2-4% unter TV-Ärzte VKA. Vorteil Uniklinik: bessere Forschungsmöglichkeiten, Habilitationsperspektive, breiteres Spektrum. Vorteil Kommunalhaus: mehr Bereitschaftsdienste, schnellere Verantwortungsübernahme, häufiger übertariflich.
Wo verdienen Ärzte in Deutschland am meisten?
Effektiv am meisten verdienen Ärzte in Bayern und Baden-Württemberg durch Privatkliniken mit Haustarif (3-5% über VKA) und häufige übertarifliche Verhandlung (Bewerbermangel). Stadt-Spitzenreiter: München, Stuttgart, Frankfurt. Auf dem Land ist der Bewerbermangel noch ausgeprägter — Land-Häuser zahlen oft Standort-Zulagen von 500 € – 1.500 € pro Monat.
Wie viel mehr verdient man als Honorararzt?
Honorarärzte verdienen pro Einsatztag 1.200 € – 2.500 €. Bei 15 Einsatztagen pro Monat sind 25.000 € – 37.500 € Umsatz möglich — abzüglich Krankenversicherung, Altersvorsorge, Steuer und Vermittlungsprovision bleiben ca. 60-70% Netto. Hauptvorteil: Flexibilität. Nachteil: keine Facharzt-Weiterbildungszeit, kein Rentenanspruch ohne private Vorsorge.
Wie wird das Gehalt bei einem Klinikwechsel angerechnet?
Die neue Klinik ist gesetzlich verpflichtet, einschlägige Berufserfahrung mindestens teilweise anzurechnen — Verhandlungssache. Sauber dokumentiert (Tätigkeitsbescheinigung, Stufenanrechnung) lassen sich häufig 100% der vorherigen Stufe übernehmen. Mission Personal verhandelt dies regelmäßig — Aufschlag durchschnittlich 1 Stufe = +400 € bis +600 € brutto/Monat.
MP

Validiert vom Mission Personal Healthcare-Team

Inhalte basierend auf Marktdaten aus 2.600+ erfolgreichen Besetzungen im Gesundheitswesen seit 2018. Tarifdaten geprüft anhand der offiziellen Veröffentlichungen von Marburger Bund, VKA, AVR Caritas und AVR-DD.

Stand: 15. Januar 2026

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