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Pflegefachkraft finden: Leitfaden für Arbeitgeber

Pflegefachkraft finden: Warum das heute strategisches Denken erfordert

Wer heute eine Pflegefachkraft finden möchte, steht vor einem der anspruchsvollsten Recruiting-Szenarien im deutschen Gesundheitswesen. Kliniken, Pflegeeinrichtungen, ambulante Dienste und Praxen suchen gleichzeitig nach denselben Fachleuten. Auf Mediplatz sind Stellen für Pflegefachkräfte sowie Stellen aus dem gesamten Medizin- und Gesundheitsbereich von mehr als 10.000 Arbeitgebern gelistet – diese Größenordnung verdeutlicht, wie breit das Angebotsspektrum ist und wie wichtig es für Sie ist, mit einer klaren Recruiting-Strategie aufzutreten.

Dieser Leitfaden zeigt Ihnen, welche Rahmenbedingungen Sie kennen müssen, wie Sie Ihre Stellenanzeige zielgruppengerecht gestalten, welche Kanäle und Zielgruppen – auch international – relevant sind, und wie Sie gewonnene Pflegefachkräfte langfristig halten.

Inhaltsverzeichnis

Arbeitsmarkt Pflege: Was Zahlen über Ihre Zielgruppe verraten

Um eine Pflegefachkraft zu finden, lohnt es sich zunächst, die Beschäftigungsstruktur der Zielgruppe zu verstehen. Laut einer Pressemitteilung der Bundesagentur für Arbeit (Tag der Pflege, Mai 2025) war 2024 rund die Hälfte aller Pflegekräfte in Teilzeit tätig – gegenüber rund einem Drittel bei allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Auch von den beschäftigten Männern in der Pflege arbeitet beinahe jeder Dritte in Teilzeit; bei allen männlichen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten liegt der Teilzeitanteil bei 13 Prozent. Der hohe Frauenanteil von 82 Prozent in der Pflege ist dabei nur ein Teil der Erklärung – auch männliche Pflegekräfte wählen Teilzeit in der Pflege deutlich häufiger als in der Gesamtbeschäftigung.

Was bedeutet das für Sie als Arbeitgeber? Wer ausschließlich Vollzeitstellen ausschreibt, schließt einen erheblichen Teil des verfügbaren Fachkräftepools von vornherein aus. Diese Beschäftigungsstruktur ist kein Übergangsphänomen, sondern ein stabiles Merkmal der Pflegebelegschaft – und sollte zentral in Ihrer Recruiting-Planung berücksichtigt werden.

Internationale Fachkräfte: Fachkräfteeinwanderungsgesetz als Recruitingweg

Ein zunehmend bedeutsamer Recruitingweg führt ins Ausland. Wie die Bundesagentur für Arbeit in ihrer Pressemitteilung zum Tag der Pflege berichtet, ist allein 2024 die Zahl der in der Pflege beschäftigten Personen, die über das Fachkräfteeinwanderungsgesetz eine Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis erhalten haben, um 13.000 gewachsen. Das ist ein deutliches Signal: Internationale Fachkräfte sind kein Randphänomen mehr, sondern ein strukturell relevanter Baustein bei der Besetzung offener Pflegestellen.

Für Sie als Arbeitgeber heißt das: Die Frage ist nicht mehr, ob Sie internationale Recruiting-Wege in Betracht ziehen, sondern wie Sie sich darauf vorbereiten. Einige Aspekte, über die Sie nachdenken sollten:

  • Anerkennungsverfahren begleiten (Vorschlag): Informieren Sie sich, welche Behörden in Ihrem Bundesland für die Anerkennung ausländischer Pflegeabschlüsse zuständig sind, und überlegen Sie, ob Sie Bewerberinnen und Bewerber in diesem Prozess aktiv unterstützen möchten – etwa durch Hinweise auf Anlaufstellen oder durch Anpassungsqualifizierungen.
  • Onboarding strukturieren (Vorschlag): Ein durchdachtes Willkommensprogramm, das Sprachförderung, Teamvorstellung und Einarbeitung verbindet, kann den Einstieg erleichtern. Fragen Sie sich: Haben wir ein Mentoring-Konzept für neue internationale Kolleginnen und Kollegen?
  • Zusammenarbeit mit Vermittlungsstellen prüfen (Vorschlag): Spezialisierte Agenturen und internationale Recruitingpartner können den Prozess strukturieren – prüfen Sie, welche Anbieter in Ihrer Region aktiv sind und welche Referenzen sie vorweisen.

Es empfiehlt sich, internationale Recruiting-Strategien langfristig zu planen und nicht als kurzfristige Notlösung einzusetzen. Arbeitgeber, die frühzeitig Strukturen für Integration und Einarbeitung aufbauen, sind besser aufgestellt, wenn konkrete Besetzungsbedarfe entstehen.

Stellenanzeige: So sprechen Sie Pflegefachkräfte wirkungsvoll an

Eine gut formulierte Stellenanzeige ist Ihr erster Kontaktpunkt mit potenziellen Bewerberinnen und Bewerbern. Im Wettbewerb um Pflegefachkräfte entscheiden oft Details darüber, ob jemand auf „Bewerben" klickt oder weiterschaut. Die folgenden Punkte sind als Vorschläge zur Orientierung gedacht – prüfen Sie, was zu Ihrer Einrichtung und Ihrer Zielgruppe passt.

Stellentitel klar und präzise wählen

Berufsbezeichnungen in der Pflege sind vielfältig: Pflegefachkraft, Pflegefachmann/-frau, Gesundheits- und Krankenpfleger/in, Altenpfleger/in oder spezialisierte Titel wie Fachkrankenpfleger/in Intensivpflege. Nutzen Sie in Ihrer Anzeige die Bezeichnung, die Ihrer tatsächlichen Stelle entspricht und die Ihre Zielgruppe selbst verwendet – auf Jobportalen suchen Fachkräfte in der Regel nach den Begriffen, mit denen sie ihren eigenen Beruf benennen. Auf Mediplatz können Sie Ihre offenen Stellen im Gesundheitswesen gezielt sichtbar machen.

Was in die Anzeige gehört – ein Vorschlag

  • Klare Beschreibung des Einsatzbereichs (z. B. Intensivstation, ambulante Pflege, Wohnbereich)
  • Angabe der Arbeitszeit – insbesondere ob Teilzeit möglich ist und in welchem Umfang
  • Konkrete Informationen zu Schichtmodellen und Dienstplanung
  • Leistungen und Benefits klar benennen: Zulagen, Fort- und Weiterbildungen, betriebliche Altersversorgung, Unterstützung bei der Kinderbetreuung
  • Kontaktperson mit direktem Erreichbarkeitsweg angeben

Formulierungsbeispiel für den Einleitungssatz Ihrer Anzeige (Vorschlag): „Für unser [Haus/unsere Station/unser Team] in [Ort] suchen wir eine engagierte Pflegefachkraft (m/w/d) in Voll- oder Teilzeit, die mit uns [kurze Mission des Hauses] gestaltet."

Überlegen Sie beim Schreiben: Kann eine interessierte Pflegefachkraft anhand meiner Anzeige schnell einschätzen, ob diese Stelle zu ihrer Lebenssituation und ihren Fachkenntnissen passt? Je klarer die Antwort auf diese Frage, desto gezielter werden Bewerbungen eingehen.

Auf welchen Kanälen suchen Pflegefachkräfte?

Pflegefachkräfte nutzen heute eine Mischung aus Jobportalen, sozialen Netzwerken und persönlicher Empfehlung. Spezialisierte Portale mit Fokus auf Gesundheitsberufe bieten den Vorteil, dass Sie Ihre Anzeige direkt in der relevanten Fachöffentlichkeit platzieren. Darüber hinaus lohnt es sich, Kooperationen mit Pflegeschulen und Hochschulen für den Nachwuchs zu prüfen sowie Mitarbeiterempfehlungen als ergänzenden Weg zu erwägen. Fragen Sie sich: Haben wir ein Programm, das unsere bestehenden Pflegekräfte motiviert, offene Stellen in ihrem Netzwerk weiterzuempfehlen?

Teilzeit ernst nehmen: Arbeitsmodelle als Wettbewerbsvorteil

Die Daten der Bundesagentur für Arbeit zeigen eindeutig: Teilzeit ist in der Pflege keine Ausnahme. 2024 arbeitete rund die Hälfte aller Pflegekräfte in Teilzeit. Arbeitgeber, die ausschließlich auf Vollzeit setzen, reduzieren damit ihren erreichbaren Bewerberpool erheblich.

Was könnten Sie konkret anbieten oder überdenken? Folgende Vorschläge zur Überprüfung Ihrer Praxis:

  • Ausschreibung in mehreren Stundenmodellen, sodass Bewerberinnen und Bewerber selbst einschätzen können, ob die Stelle passt
  • Job-Sharing für Führungspositionen in der Pflege als Option prüfen
  • Wunschdienst-Option oder flexible Dienstplanung als konkreten Benefit kommunizieren
  • Temporäre Stundenreduzierung bei familiären Verpflichtungen als Möglichkeit offen benennen

Formulierungsvorschlag für Ihre Anzeige: „Wir bieten Ihnen flexible Arbeitszeitmodelle und stimmen Ihren Dienstplan gemeinsam mit Ihnen ab." – Passen Sie Prozentsätze und Formulierung an das an, was Ihre Einrichtung tatsächlich anbieten kann.

Bedenken Sie: Eine Pflegefachkraft in Teilzeit, die langfristig im Team bleibt, kann für Ihren Betrieb wertvoller sein als eine Vollzeitkraft, die nach kurzer Zeit kündigt. Und zwei ergänzend eingesetzte Teilzeitkräfte können in manchen Dienstplankonstellationen auch mehr Flexibilität bei Ausfällen bieten.

Pflegefachkräfte halten: Empfehlungen zur Mitarbeiterbindung

Eine Pflegefachkraft zu finden ist die eine Aufgabe – sie zu halten, die andere. Der Wettbewerb um Pflegepersonal ist auch unter bestehenden Beschäftigten spürbar, da qualifizierte Fachkräfte aktiv von anderen Arbeitgebern angesprochen werden. Die folgenden Punkte sind Vorschläge, die Sie als Arbeitgeber in Ihrer konkreten Situation prüfen können.

Fortbildung und Entwicklung

Pflegefachkräfte, denen klare Entwicklungsperspektiven geboten werden – etwa Fachweiterbildungen, Leitungsqualifikationen oder Spezialisierungen –, haben oft eine engere Bindung an ihr Haus. Fragen Sie sich: Gibt es bei uns strukturierte Weiterbildungspläne? Werden Fortbildungskosten ganz oder teilweise übernommen? Ist Bildungsurlaub praktikabel organisiert?

Führungsqualität und Teamklima

Zufriedenheit im Team hängt stark von der unmittelbaren Führungsebene ab. Als Arbeitgeber lohnt es sich, in Führungskräfteentwicklung zu investieren und regelmäßige Feedbackgespräche zu etablieren. Ein konkreter Vorschlag: Führen Sie kurze anonyme Puls-Befragungen im Team ein, um Stimmungslagen frühzeitig zu erkennen und gegensteuern zu können, bevor Kündigungen eingehen.

Materielle und nicht-materielle Benefits

Neben dem Gehalt zählen in der Pflege weitere Faktoren: Zulagen für Schicht- und Wochenenddienste, Unterstützung bei der Kinderbetreuung, Jobticket, betriebliche Altersversorgung und gesundheitsfördernde Maßnahmen. Machen Sie diese Benefits in der Stellenanzeige und im Onboarding explizit sichtbar – was intern als selbstverständlich gilt, ist es für Bewerberinnen und Bewerber von außen oft nicht.

Häufige Fragen: Pflegefachkraft finden

Warum sollte ich Teilzeitstellen ausschreiben, wenn ich eigentlich Vollzeit brauche?

Weil die Pflegebelegschaft strukturell stark auf Teilzeit ausgerichtet ist: Laut Bundesagentur für Arbeit war 2024 rund die Hälfte aller Pflegekräfte in Teilzeit tätig. Wer nur Vollzeit anbietet, schließt einen erheblichen Teil der verfügbaren Fachkräfte aus. Als Vorschlag: Prüfen Sie, ob sich der Bedarf auch durch zwei ergänzend eingesetzte Teilzeitkräfte abdecken lässt – das kann zugleich mehr Flexibilität bei Krankheitsausfällen bringen.

Wie kann das Fachkräfteeinwanderungsgesetz meine Personalsuche unterstützen?

Laut Bundesagentur für Arbeit wuchs 2024 die Zahl der in der Pflege beschäftigten Personen, die über das Fachkräfteeinwanderungsgesetz eine Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis erhalten haben, um 13.000. Als Arbeitgeber können Sie diesen Weg aktiv einbeziehen, indem Sie international ausschreiben, Anerkennungsverfahren begleiten und ein strukturiertes Onboarding anbieten. Welche konkreten Schritte dabei nötig sind, hängt vom Herkunftsland und der Qualifikation der Person ab – dazu empfiehlt sich eine Beratung durch die zuständigen Stellen.

Welche Angaben machen eine Pflegestellenanzeige besonders wirksam?

Als Vorschlag: Nennen Sie den genauen Einsatzbereich, mögliche Arbeitszeitmodelle, Schichtinformationen, konkrete Benefits und eine direkte Ansprechperson. Präzise Berufsbezeichnungen erleichtern die Auffindbarkeit auf Jobportalen. Überprüfen Sie Ihre Anzeige mit dieser Frage: Kann eine interessierte Pflegefachkraft schnell erkennen, ob die Stelle zu ihrer Lebenssituation passt?

Wo kann ich als Arbeitgeber gezielt Pflegefachkräfte suchen lassen?

Spezialisierte Jobportale für Gesundheitsberufe – wie Mediplatz – ermöglichen es, Stellenanzeigen direkt in der relevanten Fachöffentlichkeit zu platzieren. Ergänzend bieten sich Kooperationen mit Pflegeschulen und Hochschulen sowie Mitarbeiterempfehlungsprogramme an. Bei internationalem Recruiting kann die Zusammenarbeit mit spezialisierten Vermittlungsagenturen den Prozess strukturieren.

Fazit: Strategisch vorgehen, um die richtige Pflegefachkraft zu finden

Eine Pflegefachkraft zu finden gelingt heute nicht mehr mit einer Standardanzeige und abwartendem Recruiting. Die Zielgruppe ist heterogen, ihre Beschäftigungsstruktur von Teilzeit geprägt und das internationale Potenzial wächst nachweislich. Arbeitgeber, die diese Realitäten – den hohen Teilzeitanteil, die steigende Bedeutung des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes und die Bedeutung von Entwicklungsperspektiven – aktiv in ihre Strategie einbeziehen, sind besser aufgestellt, um offene Stellen nachhaltig zu besetzen.

Überprüfen Sie regelmäßig Ihre Stellenanzeigen, Ihre Arbeitsmodelle und Ihr Onboarding – und gestalten Sie den gesamten Prozess so, dass er die Wertschätzung für die Fachkräfte sichtbar macht, die Sie gewinnen möchten.

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