TV-Ärzte VKA — Tarifvertrag, Stufen, Gehalt 2026
Der Tarifvertrag TV-Ärzte VKA ist der wichtigste Ärzte-Tarif Deutschlands. Er gilt für alle kommunalen Krankenhäuser und regelt Vergütung, Arbeitszeit, Urlaub und Bereitschaftsdienste — sowohl für Berufseinsteiger als auch für leitende Oberärzte.
Auf einen Blick
- TV-Ärzte VKA gilt für alle kommunalen Krankenhäuser in Deutschland (außer Hessen). Vereinbart zwischen Marburger Bund und Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände.
- Vier Entgeltgruppen: Ä1 (Assistenzarzt 5.622–7.228 €), Ä2 (Facharzt 7.421–9.268 €), Ä3 (Oberarzt 9.342–10.487 €), Ä4 (Leitender Oberarzt 11.098–12.481 €).
- Bereitschaftsdienst-Zuschläge in drei Belastungsstufen: 60% (Stufe I), 75% (Stufe II), 90% (Stufe III) des regulären Stundenentgelts.
Schnell-Fakten
- Geltungsbereich
- alle kommunalen Krankenhäuser in Deutschland (außer Hessen mit TV-H)
- Tarifpartner
- Marburger Bund + VKA
- Einstiegsgehalt (Ä1/1) 2026
- 5.622 € brutto/Monat
- Maximalgehalt (Ä4/3) 2026
- 12.481 € brutto/Monat
- Stand
- Januar 2026 (rückwirkend 01.01.2025 + 2,5% ab 01.04.2026)
Geltungsbereich und Stufensystem
TV-Ärzte VKA regelt die Vergütung an allen kommunalen Krankenhäusern in Deutschland (außer Hessen, das einen eigenen Tarif TV-H hat). An Universitätskliniken gilt TV-Ärzte TdL, an konfessionellen Häusern AVR Caritas oder AVR-DD.
Vier Entgeltgruppen bilden den ärztlichen Karrierepfad ab:
- Ä1 — Assistenzarzt (sechs Stufen): vom Berufseinstieg bis zur Facharztprüfung. Stufenaufstieg automatisch nach 1, 4, 6, 7 und 8 Jahren ärztlicher Tätigkeit. - Ä2 — Facharzt (fünf Stufen): nach bestandener Facharztprüfung. Stufenlaufzeit insgesamt 13 Jahre. - Ä3 — Oberarzt (drei Stufen): erfahrener Facharzt mit Führungsverantwortung. Stufenaufstieg nach 4 und 7 Jahren. - Ä4 — Leitender Oberarzt (drei Stufen): Stellvertreter des Chefarztes oder eigenständig leitender Bereichsverantwortlicher.
Bereitschaftsdienst — drei Belastungsstufen
Der TV-Ärzte VKA regelt Bereitschaftsdienst über § 9 mit drei Belastungsstufen, abhängig vom prozentualen Anteil tatsächlich geleisteter Arbeit am gesamten Bereitschaftsdienst:
- Stufe I: bis 25% Arbeit — 60% des regulären Stundenentgelts - Stufe II: 25-40% Arbeit — 75% des Stundenentgelts - Stufe III: 40-70% Arbeit — 90% des Stundenentgelts - Stufe IV: über 70% Arbeit — 100% des Stundenentgelts (in der Praxis selten)
Bereitschaftsdienste in unbeliebten Fächern (Innere, Anästhesie, Notaufnahme) liegen meist in Stufe II oder III — das kann monatlich 2.000 € – 3.500 € Zusatzeinkommen für einen Assistenzarzt bedeuten.
Rufdienst (außerhalb der Klinik bereit, telefonisch erreichbar) wird mit 12,5% des Stundenentgelts vergütet plus tatsächlicher Arbeitszeit als 100%.
Zuschläge — Nacht, Wochenende, Feiertag
Zusätzlich zum Grundgehalt und Bereitschaftsdienst-Vergütung gelten folgende Zuschläge:
- Nachtarbeit (21:00–06:00): 15% - Samstag, soweit nicht regelmäßig gearbeitet (06:00–23:00): 10% - Sonntag: 25% - Feiertag (mit Freistellung): 35% - Feiertag (ohne Freistellung): 135%
Für Ärzte im Schichtdienst gilt zudem eine monatliche Wechselschichtzulage von 105 € (Stand 2026), bei ständiger Wechselschicht 155 €.
Stufenanrechnung beim Klinikwechsel
Beim Wechsel zwischen Kliniken ist die Anrechnung früherer Berufserfahrung verhandelbar — und in der Praxis ein Hebel, den viele Bewerber unterschätzen.
Regelfall: Die neue Klinik ist gesetzlich verpflichtet, einschlägige Berufserfahrung mindestens teilweise anzurechnen. Sauber dokumentiert über Tätigkeitsbescheinigung (mit Nennung der Tarifstufe beim alten Arbeitgeber) ist 100% Übernahme möglich.
Verhandelbar: Bei Wechsel von außertariflicher Vergütung, Auslandstätigkeit oder Praxis-Tätigkeit lassen sich häufig 1-2 Stufen anrechnen — Differenz pro Stufe 320 € – 620 € brutto/Monat.
Außerdem verhandelbar: Übertarifliche Stufe (Stufe + 1) bei Bewerbermangel im Fach oder am Standort. Auf dem Land regelmäßig erfolgreich.
Mission Personal verhandelt für unsere Wechselkandidaten durchschnittlich +11% Brutto gegenüber Erstangebot — mit konkreten Marktdaten aus 2.600+ Besetzungen.
Übertariflich verdienen — die Wege
Der Tarif ist die Untergrenze, nicht die Decke. Drei Hebel funktionieren regelmäßig:
1. Funktionszulagen für besondere Verantwortung (Schmerztherapie, OP-Koordination, Hygiene) — 200 € – 1.200 €/Monat. 2. Sondervereinbarung übertariflich mit schriftlicher Vereinbarung — meist 5-15% Aufschlag, vor allem in unbeliebten Fächern (Geriatrie, Pathologie, Psychiatrie) und ländlichen Regionen. 3. Standort-Zulage bei strukturschwachen Regionen: 300 € – 1.500 €/Monat.
Wer wechselt, sollte alle drei Hebel parallel verhandeln — nicht nacheinander.
Häufige Fragen
- Was ist TV-Ärzte VKA?
- Tarifvertrag für Ärzte an kommunalen Krankenhäusern in Deutschland. Vereinbart zwischen Marburger Bund und der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA). Regelt Vergütung, Arbeitszeit, Urlaub und Bereitschaftsdienste.
- Wo gilt der TV-Ärzte VKA?
- An allen kommunalen Krankenhäusern in Deutschland — außer Hessen, das einen eigenen Tarif TV-H hat. Universitätskliniken haben TV-Ärzte TdL, konfessionelle Häuser AVR Caritas oder AVR Diakonie, Privatkonzerne meist Haustarife.
- Wie hoch ist der Einstieg nach TV-Ärzte VKA?
- 5.622 € brutto pro Monat (Stufe 1) für Assistenzärzte im ersten Berufsjahr. Mit Bereitschaftsdiensten 7.500 € – 8.500 €.
- Wann steige ich in die nächste Tarifstufe auf?
- Automatisch nach 1, 4, 6, 7 und 8 Jahren ärztlicher Tätigkeit (für Stufen 2-6 in Ä1). In Ä2: nach 4, 7, 9 und 13 Jahren. Berufserfahrung bei Klinikwechsel wird angerechnet — sauber über Tätigkeitsbescheinigung dokumentieren.
- Wie wird Bereitschaftsdienst vergütet?
- Drei Stufen nach Belastungsanteil: Stufe I (60% Stundenentgelt), Stufe II (75%), Stufe III (90%). Plus Zuschläge für Nacht (15%), Sonntag (25%), Feiertag (35%). Pro Monat üblich: 4-7 Bereitschaftsdienste, das bedeutet 1.500 € – 3.500 € zusätzliches Brutto.
- Kann man übertariflich verhandeln?
- Ja, auf drei Wegen: (1) Funktionszulagen für Spezialaufgaben — 200 € – 1.200 €/Monat. (2) Sondervereinbarung übertariflich, vor allem in unbeliebten Fächern und auf dem Land — 5-15% Aufschlag. (3) Standort-Zulage in strukturschwachen Regionen. Mission Personal verhandelt diese Hebel routiniert für unsere Kandidaten.
- Wann wird der Tarif TV-Ärzte VKA wieder angepasst?
- Typischerweise jährlich zum 01.04. nach den Tarifverhandlungen zwischen Marburger Bund und VKA im 1. Quartal. Letzte Anpassung: 2,5% rückwirkend zum 01.04.2026 (geschätzt).
Quellen
Reviewed durch das Mission Personal Healthcare-Team
Mission Personal vermittelt seit 2018 Ärzte und medizinische Fachkräfte bundesweit — über 2.600 erfolgreiche Besetzungen, davon der Großteil im Krankenhausumfeld. Inhalte basieren auf aktuellen Marktdaten aus Vermittlungen und offiziellen Tarif-Veröffentlichungen.
Veröffentlicht und aktualisiert: 15. Januar 2026
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