1. Start
  2. Ratgeber
  3. Gehalt

Gehalt

Assistenzarzt-Gehalt 2026 — Einstieg, Stufen, Bereitschaftsdienst

TV-Ärzte VKA — Stand Januar 2026

5.622 € – 7.228 € brutto/Monat (Stufe 1-6 ohne Bereitschaftsdienst)

Als Assistenzärztin oder Assistenzarzt startest du nach dem Staatsexamen in die Facharztweiterbildung. Der Tarif TV-Ärzte VKA garantiert 5.622 € brutto im ersten Jahr — mit Bereitschaftsdiensten erhöht sich das Brutto schnell auf 7.500 € – 8.500 € pro Monat.

Stufentabelle TV-Ärzte VKA

Alle Werte brutto in EUR. Stand: 15.1.2026.

Stufe€ / Monat€ / JahrHinweis
15.622 €67.464 €1. Jahr
25.940 €71.280 €ab 2. Jahr
36.168 €74.016 €ab 4. Jahr
46.566 €78.792 €ab 6. Jahr
57.036 €84.432 €ab 7. Jahr
67.228 €86.736 €ab 8. Jahr

Stufentabelle Assistenzarzt 2026 (TV-Ärzte VKA, Entgeltgruppe Ä1)

Die Tarifstruktur Ä1 (Assistenzarzt) hat sechs Stufen, die nach Jahren der ärztlichen Berufserfahrung durchlaufen werden. Die Stufenlaufzeit endet mit dem Übergang in den Facharzt-Tarif Ä2 (typischerweise nach Facharztprüfung im 5.-6. Jahr).

Bereitschaftsdienst-Zuschläge — der wichtigste Bonus

Pro Monat fallen typischerweise 4-7 Bereitschaftsdienste à 12-16 Stunden an. Die Vergütung richtet sich nach der Belastungsstufe (Anteil tatsächlich geleisteter Arbeit am Dienst):

  • Stufe I (≥25% Arbeit): 60% des regulären Stundenentgelts
  • Stufe II (≥40%): 75% des Stundenentgelts
  • Stufe III (≥70%): 90% des Stundenentgelts

Praxisbeispiel: 5 Bereitschaftsdienste à 16 Stunden in Stufe II ergeben ca. 1.800 € – 2.200 € Zusatzeinkommen pro Monat — also rund 30% Aufschlag aufs Grundgehalt.

Netto vs. Brutto — was bleibt wirklich?

Bei Steuerklasse I (ledig, keine Kinder) und 5.622 € Brutto verbleiben rund 3.500 € netto. Mit Bereitschaftsdiensten (+2.000 €) sind es etwa 4.700 € netto. Verheiratete in Steuerklasse III erreichen bis zu 5.300 € netto bei gleichem Brutto.

Verhandlungsspielraum — Stufenanrechnung beim Wechsel

Beim Wechsel zwischen Kliniken ist die Anrechnung der Berufserfahrung verhandelbar — und in 7 von 10 Fällen unterschätzen Bewerber ihre Position. Praxistipps:

  • Tätigkeitsbescheinigungen sammeln (auch PJ, Famulaturen) — alles, was vor Approbation lag, zählt zwar nicht für Stufen, aber für Verhandlung.
  • Stufe + 1 ist eine realistische Forderung beim Wechsel — Differenz ca. 320 € – 400 € brutto pro Monat.
  • Übertariflich verhandeln funktioniert besonders an Häusern mit Bewerbermangel auf dem Land oder in unbeliebten Fächern (Pathologie, Psychiatrie, Innere).

Mission Personal kennt die internen Verhandlungspositionen von 2.000+ Krankenhäusern aus aktuellen Besetzungen — und verhandelt mit dieser Datenlage für unsere Kandidaten regelmäßig 8-15% übertariflich.

Vergleich nach Klinik-Typ

Klinik-TypBrutto / MonatHinweis
Kommunal5.622 € (Tarif Ä1/1)TV-Ärzte VKA — Standard
Uniklinik5.450 €TV-Ärzte TdL — leicht unter VKA
Privatklinik5.800 € – 6.200 €Helios, Asklepios — oft über VKA
Reha-Klinik5.100 € – 5.400 €keine Bereitschaftsdienste — effektiv weniger

Bundesland-Vergleich

Effektive Durchschnittswerte basierend auf Tarif + üblicher übertariflicher Verhandlung.

etwas höher (Verhandlungsspielraum bei Privatkliniken)

Vivantes + Charité dominieren — VKA und Haustarif

UKSH — TdL nicht VKA

Zuschläge und Boni

Bereitschaftsdienst Stufe I (mind. 25% Arbeit)
60% des Stundenentgelts
Bereitschaftsdienst Stufe II (mind. 40%)
75% des Stundenentgelts
Bereitschaftsdienst Stufe III (mind. 70%)
90% des Stundenentgelts
Rufdienst (außerhalb Klinik)
12,5% des Stundenentgelts
Nachtdienst (21-6 Uhr)
15% Zuschlag
Samstag (6-23 Uhr, nicht regelmäßig)
10% Zuschlag
Sonntag
25% Zuschlag
Feiertag
35% Zuschlag (mit Freistellung)

Häufige Fragen

Wie viel verdient ein Assistenzarzt brutto im ersten Jahr?

5.622 € brutto pro Monat nach TV-Ärzte VKA Stufe 1. Mit durchschnittlich 5 Bereitschaftsdiensten kommen rund 2.000 € hinzu — insgesamt 7.600 € – 8.500 € brutto.

Wann steige ich in die nächste Stufe auf?

Stufenaufstiege erfolgen automatisch nach 1, 4, 6, 7 und 8 Jahren ärztlicher Tätigkeit. Bei Klinikwechsel zählt die Berufserfahrung mit — sauber dokumentiert.

Verdiene ich an einer Uniklinik weniger?

Geringfügig: TV-Ärzte TdL (Uniklinik) liegt 2-4% unter VKA. Im 1. Jahr also ca. 5.450 € statt 5.622 €. Dafür bietet eine Uniklinik mehr Forschungszeit, breiteres Spektrum und Habilitationsmöglichkeit.

Was bringt mir Promotion fürs Gehalt?

Direkt: nichts. Der Dr. med. wird in keinem Tarif separat vergütet. Indirekt: Promotion ist die Eintrittskarte für Oberarzt-Positionen und akademische Karriere (Privatdozent, außerplanmäßige Professur). Wer Chefarzt werden will, braucht in 90% der Häuser Promotion plus Habilitation.

Wie verhandle ich mein Assistenzarzt-Gehalt?

Im Tarif TV-Ärzte VKA ist der Korridor schmal, aber drei Hebel funktionieren: (1) Stufenanrechnung — 1 Stufe höher = +320 € bis +400 €. (2) Funktionszulage — wenn du z.B. Ultraschall, EKG oder andere Spezialaufgaben übernimmst. (3) Übertariflich — vor allem auf dem Land und in unbeliebten Fächern. Mission Personal verhandelt diese drei Hebel routiniert mit jedem Wechsel.

Wie viele Bereitschaftsdienste muss ich pro Monat machen?

Im Schnitt 4-7 Dienste pro Monat. Maximal sind 4 Bereitschaftsdienste pro Monat ohne Opt-out aus dem Arbeitszeitgesetz erlaubt. Mit schriftlichem Opt-out (freiwillig) bis zu 12 — wird häufig praktiziert, ist aber rechtlich umstritten.

Stellen: Assistenzarzt/-ärztinMehr zu Gehalt

Magazin

Weitere Beiträge

Alle Beiträge